Unterwegs im Berner Oberland

Wusstet ihr, dass sich das Berner Oberland nördlich der Alpen von Gstaad über Thun & Interlaken bis nach Meiringen erstreckt? Mir war nicht bewusst, dass diese Ortschaften alle zum Berner Oberland zählen. Was aber besonders auffällt, sind die mächtigen Berggipfel, welche die Landschaften prägen.

(Grafik: Verlag Schlaefli & Maurer AG, bearbeitet von Marion Stutz)

Einst ein eigener Kanton mit Hauptstadt

Ein besonders schöner Ort ist die Stadt Thun, welches zu Napoleons Zeiten die Hauptstadt des von 1798 bis 1802 existierenden Kantons Oberland war. Das Städtchen hat ca. 44’000 Einwohner und liegt am Ufer des gleichnamigen Sees. Das Schloss im Zentrum der Altstadt bietet eine wunderschöne Aussicht über die Stadt, den See und auf das Alpenpanorama. Die Hochtrottoirs der oberen Hauptgasse sind eine Besonderheit der Altstadt. Es lohnt sich diese einzigartige Strassenkunst einmal gesehen zu haben. Und nebst der historischen Architektur gibt es so einige kleine Cafés und Restaurants zu entdecken. Im AEK Caffè genoss ich einen Kaffee und auf meinem Weg entlang des Aarequai konnte ich einen guten Blick auf die berühmte Scherzligschleuse werfen, welche nicht nur dem Hochwasserschutz dient oder zur Krafterzeugung genutzt wird, sondern auch für Fluss Surfer ein beliebter Treffpunkt ist.

Schloss Thun und die Scherzligschleuse

Von etwas weiter Vorne kann ein weiteres Schloss, das Schloss Schadau, vom anderen Seeufer bestaunt werden. Das 1846 für den Neuenburger Bankier Alfred de Rougemont erbaute Schloss ist heute ein romantisches Boutique-Hotel und vor allem für Hochzeitsfeiern, aber auch Seminaren sehr beliebt. Wer etwas mehr Zeit hat, oder gar Lust auf eine mehrtägige Wanderung kommt beim Panorama Rundweg Thunersee auf seine Kosten.

Aussicht auf den Thunersee vom Panorama Rundweg

Natur pur

Die zahlreichen Berge des Berner Oberlands laden zum Wandern oder im Winter zum Skifahren ein und die Seen bieten im Sommer kühle Erfrischung.

Vor ein paar Wochen besuchte ich den Blausee mit anschliessendem Ausflug auf den Niesen. Der Blausee hat einer Sage zufolge dieses einzigartige wunderschöne klare Blau durch die Tränen einer trauernden Magd um ihren verstorbenen Hirten erhalten. Diese wundervolle Pracht kann man aber nur gegen einen Eintritt bewundern, jedoch unterstützt man so den Erhalt des Naturparks und hat nebst den Spazierwegen auch die Möglichkeit die Feuerstellen und Piknikplätze um den See zu nutzen. Desweiteren gibt es ein Restaurant sowie ein Hotel mit Spa, welche den Aufenthalt dort noch versüssen.

Vom Blausee aus erreicht man die Niesenbahn (Mühlenen) mit dem Auto in ca. 20 Minuten. Wir lösten ein Wanderbillet, was soviel heisst, wie eine komplette Fahrt (entweder von ganz unten nach ganz oben oder umgekehrt) und dann noch eine Halbe-Fahrt nur bis in die Mittelstation(Schwandegg) . Wir entschieden uns für die Fahrt von Mühlenen nach Niesen Kulm. Um auf über 2360m ü. M. die herrliche Aussicht und einen kleinen Snack zur Stärkung zu geniessen. Das Berghaus mit seiner grossen Terasse bietet zusätzlich allerlei Veranstaltungen, wie zum Beispiel die kulinarischen Abendfahrten oder das Vollmond Dinner.
Gestärkt machten wir uns auf den Rückweg. In unserer Variante des Tickets heisst dies, dass wir bis zur Mittelstation gelaufen sind, um dort das letzte Stück bis nach Mühlenen mit der Niesenbahn zu fahren. Neben der Bahn befindet sich übrigens die länste Treppe der Welt und hat es mit ihren 11’674 Stufen ins Guiness Buch der Rekorde geschafft. Das betreten der Treppe ist aber verboten, ausser man gehört zu Wartungsteam oder nimmt am jährlichen Treppenlauf teil.

Niesenbahn
(Foto: Jana Leu)

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