Mehr als „Gotthard-Tunnel“ und „Stau“!

Mehr als „Gotthard-Tunnel“ und „Stau“!

Ein Tag in Uri – Uri hat viel mehr zu bieten als den Gotthard-Tunnel und Stau. Es verstecken sich tolle Örtchen und kleine Perlen, wenn man genauer hinschaut. Leider sieht man sich oft gezwungen, die weite Welt zu sehen, anstatt die guten kleinen Dinge zu geniessen. Mit meinem Beitrag möchte ich euch einen Tag lang durch Uri begleiten.

9:00 Uhr: Zmorgen-Essen im Danioth

Das gediegene Morgenessen findet in Altdorf meist im Danioth statt. Da die Traditions-Confiserie bereits ab 7 Uhr geöffnet hat, findet sich ab und zu auch die ein oder andere Kreatur des Nachtlebens wieder.

Altdorf bei Morgendämmerung. Die ersten Leute sitzen da schon beim Zmorgä im „Danioth“
(Foto: Antonia Stadler, CC-BY)

Die Confiserie Danioth ist ein Familienunternehmen, wie es im Buche steht: Seit rund 100 Jahren wird der Betrieb an der Schmiedgasse in Altdorf von Generation zu Generation in der Familie weitergegeben, ist mittlerweile aber einer anderen Urner Bäckerei übergeben worden. Die Confiserie war lange für die Urner Traditionsgebäcke bekannt, so zum Beispiel der «Änis Fisch» oder der Tittiring. Das Urner Änis-Gebäck ist zwar nicht jedermanns Sache, aber es hat für jeden Geschmack ein Mitbringerli. Gerne empfehle ich ein dutzend feine Zigerkrapfen oder eine gute «Ürner Paschteetä», für den kleinen Gluscht gibt’s Praliné.

Zum Zmorge reicht aber ein guter Latte Macchiato und ein kleines Zmorgä.

10:30 Uhr: Rundgang durch das alte Altdorf, Einkauf im «Chäs Arnold»

Nachdem wir uns gestärkt haben, gibt’s einen kleinen Rundgang durch Altdorf. Es gibt das eine oder Andere zu entdecken. Als erstes steht das Tellspielhaus für alle Theaterbegeisterte auf dem Plan. Durch die kurze Gasse mit den Bars «Kra» und «Londoner» geht’s zum Telldenkmal. Das Türmli bietet einen tollen Ausblick über das Altdorfer Zentrum und ist frei zugänglich. Ich habe in meiner Naivität auch erst vor ein paar Jahren das erste Mal entdeckt, dass man da rauf darf…so dum!!
Genug verweilt! Wir müssen noch schnell in den lokalen Markt «Chäs Arnold» eine gute Cervelat und ein Brötchen kaufen, für die Bier-Fans liegt noch ein Stiär-Biär drin. Dann geht’s weiter Richtung Bristen.

Weitere spannende Orte in Altdorf findet man auch auf https://www.altdorf.ch/.

11:30 Uhr: Golzern & Bräteln wie in Kindheitstagen

Die Fahrt nach Golzern führt durchs Urner Reuss-Tal. In Amsteg biegt man Richtung Maderanertal ab. Das Tal war auch schon bei Friedrich Nietzsche beliebt, denn dieser hat auch schon im Hotel Maderanertal seinen Frieden gesucht.
Im Maderanertal kann man diverse tolle Wanderungen machen. Unser Ziel heute ist aber der Golzernsee.

Dazu gibt es auch gar nicht viel zu sagen, ich denke Bilder sprechen da besser:

(Fotos: Antonia Stadler, CC-BY)

Der Rundweg um den See ist wunderschön und auch für Linksfüssige supergut zu schaffen. Es lohnt sich!

15:00 Uhr „Brischtner Nytlä“ oder ein „Heidbeeri-Coup“

Nach der kleinen Tour hat man sich aber dann schon ein Dessert verdient. Ich glaube, dazu eignet sich sehr gut das Gasthaus Edelweiss. Es serviert Brischtner Birnen mit Nytlä“ oder einen leckeren Coup mit frischen Heidelbeeren aus den Bergen.

Ich muss schon sagen, die Urner Küche mag gewöhnungsbedürftig sein, denn was zur Hölle soll an Birnen aus Bristen und Rahm so toll sein?? Naja, ich muss sagen, die Nytlä kann mir eh gestohlen bleiben, aber die gedörrten Birnen sind schon einen Versuch wert!

Rezept «Brischtner Nytlä»:
Rotwein – 5 Deziliter
Zucker – 150 Gramm
gedörrte Birnen (je nach Grösse), nach Belieben 8-10 Stück – 8 Stück
Rahm – 5 Deziliter

Rotwein mit Zucker mischen und ganz wenig Wasser dazugeben. Gedörrte Birnen darin weich kochen. Die Birnen sollten mit der Flüssigkeit gedeckt sein. Sobald sie weich sind, werden die Birnen herausgenommen, geviertelt und von Stiel und Kernen befreit. Flüssigkeit einkochen lassen, bis sie sirupartig ist, dann die Birnen wieder hineinlegen, kalt werden lassen. Rahm steif schlagen, auf Teller verteilen und die erkalten Birnenschnitze darauf anrichten. Zum Schluss garnieren mit was auch immer du grad Bock hast!

18:00 Film schauen im einzigen Kino im ganzen Kanton

Vollgegessen, abgekühlt und etwas müde gehts ab ins Kino. Nichts Besonderes, aber es sollte doch mal erwähnt werden, dass im ganzen Kanton Uri nur EIN Kino mit EINEM Saal existiert. Der Hammer!

Das wars auch schon mit einer kleinen Tour durchs Herz der Schweiz! Uri hat mehr zu bieten, als es im ersten Anschein den Eindruck macht. Kommt doch mal vorbei, statt immer nur durch den Gotthard ins nächste Land zu reisen. Das Gute liegt oft näher, als man denkt.

Links:
Informationen zu Altdorf
Uri Tourismus

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