Das kleine Italien
Bellinzona

Das kleine Italien

Das Tessin. Inbegriff von Ferien für jeden Schweizer und jede Schweizerin. Der südliche Kanton versprüht durch das milde Klima Ferienfeeling und wird gerne von klein und gross besucht.

Als kleines Mädchen war das Tessin die ultimative Destination, die ganze Klasse hat immer von den tollen Stränden des Lago Maggiore oder des Lago di Lugano geschwärmt. Die ganz Coolen durften sich nach den Sommerferien mit dem Besuch des Sportlagers in Tenero brüsten. Grosse Faszination hat bei mir das Klima, die fremde Sprache und das 10 Meter Sprungbrett im öffentlichen Schwimmbad Bellinzona ausgeübt. Dort konnten sich die krassen Jungs und ein paar krasse Mädels in ihrer Mutigkeit beweisen 😉

Mittlerweile ist das Tessin in meinen Tagträumen aber stark in den Hintergrund gerückt, was eigentlich schade ist. Oftmals geht man dann direkt nach Italien, wo ja alles so viel günstiger ist. Ein kurzer Besuch in Bellinzona hat mir aber wieder gezeigt, dass das Gute ja so viel näher liegt!

Bellinzona

In circa 2 Stunden erreicht man von Zürich aus die Stadt Bellinzona. Eine lange Fahrt, die sich aber oftmals lohnt und dem Reisenden eine besondere Aussicht beschert. Sei dies, weil man einfach mal nix sieht (durch den neuen Gotthard-Basistunnel) oder man eine ziemlich tolle Landschaft mit einsamen Grottos durchqueren kann.
Bellinzona (deutsch teilw. auch Bellenz) hat 43’000 Einwohner und ist zweitgrösste Stadt des Tessins. Sie soll früher von strategischer Bedeutung gewesen sein, was man anhand der Burgen der Stadt gerne glaubt. Diese waren in der Schulzeit für Urner Kinder oft das Ziel von diversen Schulreisen.

Die Erhöhung des «Castelgrande» war schon in prähistorischer Zeit besiedelt und ist heute die üppigste und wahrscheinlich auch bekannteste Bellinzoner Burg. Ein Besuch lohnt sich vorallem auch an einem eher bewölkten Nachmittag, weil dann die Tagestouristen nicht mehr so aktiv sind und bereits einen leckeren Espresso geniessen. Fun Fact; diese Burg war ab 1508 auch als Castello d’Uri bekannt! Dies, weil sich 1500 Bellinzona der Herrschaft der Eidgenossen unterwarf. 1503 bestätigte der Friede von Arona die neuen Machtverhältnisse und die Kantone Uri, Schwyz und Nidwalden teilten sich die drei Burgen auf.

Wer sich eher für Ruinenartige Burgen interessiert, der schaut sich noch lieber das „Castello di Montebello“ an. Sie stammt aus dem späten 13. Jahrhundert und wurde womöglich von der Familie Rusca erbaut und hiess ab 1508 Castello di Svitto. Der Ausbau zur heutigen Burg erfolgte im 15. und 16. Jahrhundert.

Das „Castello di Sasso Corbaro“ wurde 1478/1482 anstelle eines Wehrturms erbaut.

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