Rüebliland Aargau

Wie die Zwiebeln zu Bern oder die Äpfel zum Thurgau gehören, gehören die Karotten zum Aargau. Weshalb dies so ist, ist nicht eindeutig zu beantworten. Die wohl bekannteste Erklärung hat mit dem Anbau der Räben/ Rüben zu tun, welcher hauptsächlich in den Aargauer Bezirken Aarau, Lenzburg, Brugg, Kulm und Zofingen getätigt wird. Eine Verwechslung der Gemüse soll dazu geführt haben, dass der Kanton sein Rüebli-Image erhielt. Der Kanton trägt sein Spitzname mit Stolz und macht ihm durch den alljährlichen Rüeblimärt alle Ehre.

Rüeblimärt Aarau

Immer am ersten Mittwoch im November findet der besagte Rüeblimärt in der Aarauer Altstadt von 7.30 – 18.00 Uhr statt. Zahlreiche Stände aus dem Kanton bieten unterschiedlichste Sorten an. Aber auch andere landwirtschaftliche Produkte, wie Honig, Eier, Käse oder Wurstwaren befinden sich im Angebot. Backwaren, Tee und Basteleien ergänzen den Märt wunderbar und hat so für jeden etwas. Es gibt allerlei köstliche Kombinationen vom Rüebli-Käse, Rüebli-Joghurt über die Rüebli-Bratwurst bis hin zum Hot-Karott (mein persönlicher Favorit) zu probieren. Und sollte es, wie dieses Jahr, etwas kühl und leicht regnerisch sein, kann man sich bei weiteren Rüebli-Rezepten in einem der umliegenden Lokalen wärmen.

Hot-Karott vom Jaisli Beck
Tuchlaube Aarau

Rüeblitorte Rezept

Darf ich euch vorstellen, das wohl bekannteste Rüeblirezept aus dem Aargau ist die Rüeblitorte.

Für eine Springform von 22-24 cm Ø mit Backpapier belegt
5Eigelb
150 g Zucker
2 ELheisses Wasser
1 PriseSalz
1/2Zitrone, Abrieb der Schale
250 gKarotten, geschält und fein geraffelt
1/2 KLZimt
1 MspNelkenpulver
250 ggemahlene Mandeln
75 gMehl
1/2 KLBackpulver
200 gPuderzucker
1 ELZitronensaft
1-2 ELWasser
12Marzipanrüebli

Biskuitteig: Eigelb von Eiweiss trennen. Eigelb, Zucker, Wasser und Salz in einer Schüssel mit dem Schwingbesen rühren bis die Masse hell und schaumig ist. Zitronenschale, Rüebli, Zimt und Nelkenpulver dazugeben. Die Eiwess zu Schnee schlagen und auf die Masse geben. Die Mandeln darüberstreuen und das Mehl mit dem Backpulver dazusieben. Alles sorgfältig mit dem Teigschaber unterziehen. Teig in die vorbereitete Springform füllen und in unterer Ofenhälfte bei 180° C Ober- und Unterhitze 45-55 Min. backen.
Torte herausnehmen und Abkühlen.
Glasur: Puderzucker mit Zitronensaft und Wasser anrühren und auf der Torte verteilen. Marzipanrüebli auf die noch feuchte Glasur legen, trocknen lassen.
(Das Rezept stammt aus dem TipTopf (mein persönliches Lieblingsrezept))

Weitere Traditionen der Kantonshauptstadt

Der Maienzug: immer am ersten Freitag im Juli findet der Umzug durch die Altstadt statt. Eigentlich ist es das Kinder- und Jugendfest, jedoch erfreuen sich auch die Einwohner oder Besucher aus der Umgebung am 400 Jahre alten Brauch (Lehrer zogen mit den Schülern in den Wald um frische Ruten, damals auch „Mayen“ genannt, zu schneiden).

Bachfischet: Der Brauch geht bis ins Mittelalter zurück, wo man den Stadtbach gereinigt hat und nach der Bachputzete wurde Bach mit einem Umzug wieder willkommen geheissen. Es ist einer der ältesten in der SChweiz noch gelebten Bräuche. Im September laufen deshalb die Kinder mit selbst gebastelten Laternen durch die Aarauer Gassen.


Von Schloss zu Schloss

Im Aargau findet man bis zu 42 Burgen und Schlösser. Heute stelle ich euch drei von den Bekannteren Schlösser vor.

Schloss Habsburg

Die 1020/1030 erbaute Doppelburg ist die Stammburg der Herrscherdynastie der Habsburger. Nach der Eroberung des Kanton Aargaus durch die Eidgenossen, verloren die Habsburger ihr Anwesen. Der vordere Burgteil verfiel und nur noch der hintere Teil der Burg ist erhalten. Dieser wurde einige Male umgebaut und restauriert. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten ein Restaurant und im Turm eine Ausstellung zur Bau- und Siedlungsgeschichte. Seit 2009 gehört die Habsburg zum Museumsverbund „Museum Aargau“.

Foto: Marion

Schloss Lenzburg

Das Schloss liegt auf einem Felsen über der gleichnamigen Stadt und ist eine der schönsten und ältesten Höhenburgen der Schweiz. Zuerst gehörte es den Lenzburger Grafen und ging danach in den Besitz der Habsburger über. Von 1444-1798 regierte ein Berner Landvogt das Schloss Lenzburg. Als es in Staatsbesitz des Aargaus überging, lebten einige private Leute im Schloss bevor es eine Stiftung wurde. Nach einer aufwändigen Renovierung ist das Schloss Lenzburg nun seit 1956 öffentlich zugänglich. Es ist ebenfalls Teil der „Museum Aargau“ und bietet von Schattenfilmen und Hörspielen über die eingerichteten Räume, Erlebnisse wie zur früheren Zeit. Man kann den Schlossdrachen Fauchi besuchen oder an den verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen.

Foto: lenzburg.ch

Schloss Wildegg

Anfang des 13. Jahrhunderts wurde das Schloss Wildegg von den Habsburger errichtet und gehörte während 11 Jahren der Familie Effinger. Seit 2011 ist das Schloss Wildegg im Besitz des Kanton Aargaus. Das Anwesen ist umgeben von Gärten, Rebbergen und Wald, welche heute vom „Museum Aargau“ betreut werden. Wie die anderen beiden Schlösser bietet auch Wildegg die Möglichkeit, die Lebenswelten und Geschichte der Schlossbewohner kennen zulernen. Die Räumlichkeiten können auch für eine Feste gemietet werden.

Schloss Wildegg
Foto: Marion
Schloss und Rosengarten
Foto: Marion
Sicht über das Habsburgerreich und in der Ferne die beiden anderen Schlösser Habsburg(rechts) und Lenzburg (links)
Foto: Marion

Wanderwege und Erkundungstouren

Der Habsburger Weg führt von Brugg über das Schloss Habsburg zum Schloss Wildegg und bietet wunderschöne Panoramas und historische Eindrücke. Eine genaue Wander Beschreibung findet ihr auf der Seite von myswitzerland.ch.
Eine etwas andere Entdeckungstour kann man mit Foxtrail durch das Schloss Wildegg und Schloss Lenzburg unternehmen. Mir persönlich gefällt das entdecken von Orten durch das lösen von kniffligen Rätseln und folgen der Fährte des Fuchses sehr. Wer ebenfalls gerne rätselt und dabei die Umgebung erkunden will, dem kann ich einen Foxtrail wärmstens empfehlen.

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